Zinsen und Gebühren: Womit man bei einer Geldanlage rechnen kann – oder muss


Für Bankkunden, denen es um eine möglichst effiziente Geldanlage geht, spielen vor allem die Zinsen und die Gebühren der einzelnen einschlägigen Formen der Geldanlage eine bedeutende Rolle. Die Zinsen deshalb, weil sich daraus die Höhe des Gewinnes ergibt, der anhand der jeweiligen Veranlagung erzielt wird. Die Gebühren muss der Bankkunde hingegen für die Bearbeitung oder für die verschiedensten Verwaltungsleistungen an das betreffende Geldinstitut entrichten.

Zinsen sind von vielen Faktoren abhängig

Leider wurden die so genannten Guthabenzinsen im Gegensatz zu den Kredit- oder Überziehungszinsen im Zuge der letzten Wirtschaftskrise gesenkt. Davon betroffen sind unter anderem die österreichweit beliebtesten Arten der Geldanlage, nämlich das klassische Sparbuch sowie das Girokonto. Die Zinshöhe bei einem Sparbuch, das eine tägliche Fälligkeit aufweist, beläuft sich derzeit beispielsweise auf 0,125 Prozent. Ein höherer Zinssatz kann freilich dann erzielt werden, wenn es sich um Sparbücher handelt, die nicht täglich fällig sind, dies hat für die Bank nämlich den Vorteil, dass die Bank zuverlässig mit dem eingelegten Kapital arbeiten kann. Bei einem durchschnittlichen Girokonto machen die Guthabenzinsen in der Regel denselben Prozentanteil aus. Wird ein Konto aber überzogen, so werden von Seiten der meisten Banken dafür Zinsen von über neun Prozent in Rechnung gestellt.

Weder im einen noch im anderen Fall finden Anpassungen an den Leitzinssatz, den EURIBOR, statt, von welchen der Anleger, der sich für eines dieser Produkte entscheidet, profitiert.
Wer sich für einen Bausparvertrag entscheidet, der kann – gemäß Paragraph 4 des österreichischen Bauspargesetzes – mit Zinsen in Höhe von zwei bis maximal zehn Prozent rechnen. Bei einer Lebensversicherung, die sich in Österreich ebenfalls einer sehr hohen Beliebtheit erfreut, gilt derzeit ein Garantiezinssatz von 2,25 Prozent. Dieser Zinssatz erfüllt jedoch die Kriterien eines so genannten Basiszinssatzes; die Garantie wird von dem Anbieter der Lebensversicherung ausgesprochen. Darüber hinaus können Versicherungsinstitutionen auch eine höhere Verzinsung anbieten, welche auf den tatsächlich erwirtschafteten Gewinnen basiert.

Generell gilt auch bei allen anderen Formen der Geldveranlagung, dass sowohl mit der Höhe des Risikos als mit der Länge der Laufzeit auch die Höhe der Verzinsung bzw. des zu erzielenden Gewinns ansteigt. Beeinflusst wird sie aber auch von der aktuellen Situation auf den nationalen und internationalen Geld- und Finanzmärkten.

Gebühren sind notwendig, aber es lauern Fallen

Eine Person, die sich für eine bestimmte Art der Geldveranlagung entscheidet, profitiert aber nicht nur, indem die Zinsen ausgezahlt werden. Es fallen vielmehr auch Kosten an, denn der Arbeitsaufwand, der aufgrund eines abgeschlossenen Vertrages für eine Bank anfällt, muss selbstverständlich ebenfalls vergütet werden. Allerdings ist in dieser Hinsicht Vorsicht geboten. Fragwürdige Gebühren, wie beispielsweise eine spezielle Bankomatgebühr, wie sie von manchen Banken verlangt wird, dienen aller Wahrscheinlichkeit eher einer Steigerung der Bankerträge als einer tatsächlichen Abgeltung eines Arbeitsaufwandes. Relativ teuer kommt zum Beispiel ein herkömmliches Gehalts- oder Girokonto. Hier muss unter anderem auch eine Gebühr für die „Nichtdurchführung einer Lastschrift“ entrichtet werden, sofern das Konto nicht im Plus ist. Aber auch für eine Barüberweisung an ein Konto einer Konkurrenzbank muss kräftig in die Geldtasche gelangt werden.

Weitere Posten, die eine Girokonto-Gebühr rechtfertigen, sind unter anderem die generelle Kontoführung; meist wird auch eine Zeilengebühr – sowohl direkt oder auch indirekt – dem Kontoinhaber in Rechnung gestellt. Aber auch die Stornierung von Daueraufträgen ist für den Bankkunden nicht kostenlos. Im Zeitraum von 2005 bis 2010 wurde die Höhe der Gebühren kräftig erhöht. Bei anderen Sparprodukten gestaltet sich die Situation nicht derart drastisch. Wer allerdings zu gutgläubig ist, der läuft Gefahr, dass die erwirtschafteten Zinsen für eine etwaige Schließungs- oder Barabhebungsgebühr draufgehen.

Wenn es um die jeweiligen Zinsen und Gebühren geht, so ist im Vorfeld der Geldanlage ein sorgfältiger Vergleich der einzelnen Produkte notwendig. Wird beispielsweise mit einer überdurchschnittlich hohen Verzinsung geworben, sollten auch die anfallenden Gebühren genau studiert werden. Eine wertvolle Hilfestellung bei diesem Vorhaben liefern unsere Geldanlage-Rechner.

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