Sparbuch: Die klassische Grundlage des Wohlstands


Das gute alte Sparbuch kennt wohl jedes österreichsche Kind: Bereits seit über 190 Jahren dient dieses beliebte Bankprodukt bei der Anhäufung von privaten Geldanlagen und lässt sich seitdem auch nicht von einem Spitzenplatz auf der Beliebtheitsskala verdrängen. Kein Wunder, denn das Sparbuch vereint die größten Vorteile der unterschiedlichen Formen der Geldanlage: Im Allgemeinen verspricht es Zinssätze, die über den normalen Tageszinssätzen liegen und zum anderen kann so gut wie jederzeit auf das angesparte Guthaben zugegriffen werden.

Einfach transparent, einfach sicher!

Es handelt sich beim Sparbuch nicht von ungefähr um ein Bankenprodukt, dass sich vor allem in Österreich immenser Beliebtheit erfreut. Es erblickte nämlich am heutigen Weltspartag, dem 4. Oktober 1819, in unserem Land das Licht der Welt und hat seitdem seinen einzigartigen Siegeszug über die ganze Welt angetreten. Für das Jahr 2009 wurde ermittelt, dass der durchschnittliche Österreicher pro Monat im Mittel zwölf Prozent seines Einkommens auf einem Sparbuch „zwischenparkt“. Damit sind diese Gelder gut und sicher angelegt, denn die Spareinlagen auf einem Sparbuch dienen vor allem dazu, finanziell über wirtschaftlich schwierige Zeiten durchzutauchen. Apropos „wirtschaftlich schwierige Zeiten“: Auch die Börsencrashes und Wirtschaftkrisen, die in den letzten Jahren nicht nur große Wirtschaftstreibende, sondern auch die „kleinen“ Sparer hochgradig verunsichert haben, haben die Stabilität des Sparbuches bewiesen. Die österreichischen Inhaber eines Sparbuches können sich darauf verlassen, dass ihre Spareinlagen sicher sind. Dafür steht zum einen die Republik Österreich gerade, die mir ihrer Einlagensicherung eine Staatsgarantie für die hundertprozentige Sicherheit der Sparguthaben gibt. Des Weiteren gewährleisten die einzelnen Bankinstitute ihren Sparern ebenfalls einschlägige Garantien, die aus einem Sparbuch einen sicheren Hafen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten machen.


Ein weiterer Vorteil eines Sparbuchs ist seine Transparenz: In Form eines Buches werden sämtliche Einlagen und Abbuchungen in einer sehr übersichtlichen Art und Weise eingetragen. Des Weiteren lassen sich dort auch die Zinsgutschriften ablesen. Auch dieser Punkt geht eindeutig an diese Form der Geldanlage, denn in einer Welt, in der immer vehementer Offenheit und Vergleichbarkeit gefordert werden und man vor allem bei Geldgeschäften vor den berüchtigten „schwarzen Schafen“ nirgendwo sicher ist, spricht die Transparenz für dieses Modell der sicheren Geldanlage. In dieser Hinsicht muss auch die viel diskutierte, österreichische Besonderheit des anonymen Sparbuches angesprochen werden. Bis zu einem Betrag von 15.000 Euro muss man sich nicht ausweisen, wenn man von seinem Sparbuch Geld abheben möchte. Jeder, der mit einem Sparbuch und dem Wissen um das richtig lautende Losungswort eine Bank betritt, bekommt den benötigten Betrag problemlos ausbezahlt.

Altbewährte, aber zeitgemäße Form der Geldanlage

Aber selbstverständlich ist Sparbuch nicht gleich Sparbuch. Nicht nur, dass die verschiedenen Banken unterschiedlich ausgestaltete Sparbücher anbieten. Auch die einzelnen Geldinstitute haben Sparbücher im Angebot, die sich hinsichtlich ihrer Konditionen unterscheiden. In diesem Bereich geht es vor allem um die Zinssätze, deren Höhe einerseits von individuellen Verhandlungen sowie andererseits von einer etwaig vorhandenen Bindungsfrist abhängt. Was bedeutet aber eine solche Bindungsfrist? Sie darf keinesfalls damit verwechselt werden, dass das Geld über eine zwischen Anleger und Bankinstitut vereinbarte Dauer nicht angetastet werden darf. Sie meint vielmehr, dass für das eingelegte Geld nur dann der vereinbarte Zinssatz ausbezahlt wird, wenn die Spareinlage für die betreffende Laufzeit auf dem Sparbuch liegen bleibt. Andernfalls muss am Ende des Jahres mit einem reduzierten Zinssatz gerechnet werden. Aber nicht jedes Sparbuch muss mit einer solchen Bindungsfrist belegt werden. Wird darauf verzichtet, so spricht man von einem so genannten täglich fälligen Sparbuch. Bei einem Sparbuch, das sich durch eine sehr lange – nämlich eine jahrelange – Bindungsfrist auszeichnet, wird hingegen folgerichtig von einem Kapitals- oder Vermögenssparbuch gesprochen. Bei dieser Sparbuchform lassen sich auch die vergleichsweise höchsten Zinssätze erzielen. Aufgrund der vielen verschiedenen Möglichkeiten der Ausgestaltung sollte unbedingt der Bankberater des Vertrauens konsultiert werden, bevor ein Sparbuch eröffnet wird.


Auch wenn es sich beim Sparbuch um ein traditionsreiches, bewährtes Produkt der Geldanlage handelt, geht es dennoch mit der Zeit. In der heutigen Welt funktioniert so gut wie nichts ohne die dazu passende Karte. Auch das Sparbuch hat in den letzten Jahren einen kleinen Bruder in Scheckkartenformat erhalten. Die so genannte Sparkarte wird inzwischen von einigen Geldinstituten angeboten. Prinzipiell profitiert der Inhaber dabei von denselben Vorteilen wie auch beim herkömmlichen Sparbuch. Allerdings ermöglicht die Sparkarte, dass man beim Geldabheben nicht auf die Schalteröffnungszeiten angewiesen ist: Analog zur Bankomatkarte funktioniert die Sparkarte sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag an den Indoor-Terminals der Banken.

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