Girokonto: Die bargeldlos praktische Geldanlage


Im ersten Moment mag es den Laien verwundern, dass auch sein Gehalts- oder Girokonto im Bankwesen in den Bereich der Geldanlage fällt. Prinzipiell zeichnet sich ein Girokonto nämlich nicht durch seine hohen Zinssätze aus, sondern wird von der Allgemeinheit eher als „Ablageplatz“ für die monatlich erfolgenden Gehaltszahlungen verstanden. Aber da diese Zahlungen auf ein personalisiertes Medium eingezahlt werden, wird das Geld in einem weiteren Sinne auch dort angelegt. Die Zinssätze bewegen sich bei einem Girokonto allerdings in einem Bereich, der als marginal bezeichnet werden muss, sofern diese überhaupt vorhanden sind. Das bedeutet: Auf den großen Reichtum aufgrund einer klugen Geldanlage ist alleinig mit einem Girokonto nicht zu rechnen.

Das Girokonto vereinfacht unser Leben

Generell verdanken wir dem Girokonto eine Vereinfachung des Zahlungsverkehrs. Als Grundlage dient dieser Art der Geldanlage ein so genanntes Kontokorrent, weshalb ein Girokonto alternativ auch als Kontokorrentkredit bezeichnet wird. Bei einem Kontokorrentkredit müssen zwei Vertragspartner vorhanden sein, von welchen einer ein Kaufmann, in diesem Fall ein Bankkaufmann, sein muss. Die konkreten Rechtsgrundlagen, die dafür in Österreich Gültigkeit haben, sind im Unternehmensgesetzbuch (UGB) in Paragraph 355 genauestens definiert. Tipp: Achten Sie beim Girokonto eröffnen darauf, sich möglichst umfassend vorab zu informieren.

Im Rahmen einer vertraglich geregelten beidseitigen Leistungsabwicklung wird ein Saldo festgestellt. Bei diesem Saldo werden sowohl die Forderungen als auch die Verbindlichkeiten beider Vertragspartner berücksichtigt. In dieser Hinsicht ist es sicherlich interessant zu erfahren, dass sich das Girokonto im großen Stil erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts durchgesetzt hat.

Davor hat das Geld meist in barer Form den Besitzer gewechselt. Das Girokonto stellt also, neben dem Scheck, eine der ursprünglichen Arten des bargeldlosen Geldverkehres dar, denn dieser hat nicht erst mit der Erfindung der Kredit- oder Bankomatkarte begonnen. Heute werden nicht nur regelmäßige Fixkosten, wie Miete, Telefon- oder Versicherungsrechungen, einfach und bequem über ein Gehaltskonto abgewickelt. Neben Daueraufträgen hat sich ein solches Konto auch bei Überweisungen oder Lastschriften bewährt. Ein Girokonto stellt eines der bedeutendsten Bankprodukte im Rahmen des Privatkundengeschäftes dar.

Girokonto makes the money go around

Wer über ein Girokonto verfügt, der hat verschiedene Möglichkeiten, auf sein Geld zuzugreifen. Da wäre der traditionelle Gang zum Bankschalter, an dem man seine Bankgeschäfte erledigen kann. In den letzten Jahrzehnten haben sich aber immer mehr die praktischen Indoor-Bankterminals durchgesetzt, an denen – meist im Vorraum des jeweiligen Bankinstitutes – Überweisungen getätigt werden oder die Kontoauszüge ausgedruckt werden können. Vor allem die jüngere Generation erledigt ihre Zahlungen aber zu jeder möglichen Tageszeit und gleichzeitig bequem vom heimischen Computer aus. Diese Form wird als Onlinebanking bezeichnet und wird in den letzten Jahren immer beliebter. Diese Art hat nämlich noch einen weiteren Vorteil: Bei einem herkömmlichen Girokonto fallen einige Gebühren, zum Beispiel die Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühren, an. Einige Bankinstitute verrechnen diese nicht, wenn ein Gehaltskonto ausgewählt wird, das ausschließlich online – und damit vom Inhaber selbst – geführt wird. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn die Bank erspart sich damit einiges an Arbeit.

Neben einem Onlinekonto gibt es für einige ausgewählte Zielgruppen auch noch andere Formen des Girokontos, die entweder vollkommen kostenlos oder zu günstigeren Konditionen geführt werden. Bekannt sind in dieser Hinsicht vor allem spezielle Konto-Modelle für Jugendliche und/oder Studenten. Neben minimalen Kosten bieten diese Girokonten dem Inhaber noch weitere Vorteile. Sie stellen in der Regel Kombinationen mit attraktiven, der Zielgruppe entsprechenden Leistungen dar. Eintritte zu Events wie Konzerte sind beispielsweise für die Kontoinhaber reduziert. Des Weiteren haben Studenten- oder Jugendkonten auch den Vorteil, dass die Kunden von einem gewissen finanziellen Spielraum profitieren können. Es handelt sich dabei um den Überziehungsrahmen, der für Personen, die kein regelmäßiges Einkommen haben, nicht automatisch gewährt wird.

Generell ist heute ein Leben ohne Girokonto nicht mehr vorstellbar, ist es doch die Voraussetzung für die Teilnehme einer Reihe zivilisatorischer Lebensnotwendigkeiten: So ist ein Gehaltskonto beispielsweise eine Voraussetzung für die Ausübung jeder Erwerbstätigkeit; außerdem muss bei Abschluss eines Mietvertrages im Allgemeinen die Kontonummer des eigenen Girokontos dem Vermieter bekannt gegeben werden.

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