Der Bausparvertrag stellt Wohnträume auf festes Fundament
Auch wenn der Bausparvertrag in den letzten Jahren von Experten durchaus kontrovers diskutiert wurde, handelt es sich bei ihm österreichweit noch immer um eine der beliebtesten Methoden der sicheren Geldanlage. Vor allem – aber nicht nur – für junge Erwachsene, die gerade damit beginnen auf eigenen finanziellen Füßen zu stehen, ist der Bausparvertrag eine interessante Variante. Für diese Zielgruppe bieten die verschiedenen österreichischen Bausparkassen übrigens einige maßgeschneiderte Produkte an, die beispielsweise bis zum Erreichen eines bestimmten Alters mit höheren Zinssätzen als bei den „normalen“ Bausparverträgen punkten.
Flexibel gestaltete Bauspar-Modelle
Die Beliebtheit des Bausparvertrages gründet sich vor allem auf zwei Pfeiler. Da wäre zum einen die Sicherheit, die diese Sparform bietet. Ein finanzieller Verlust wird keinesfalls eintreten, vielmehr profitieren die Inhaber von überzeugenden Zinssätzen. Zum anderen kann ein Bausparvertrag in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland oder anderen Ländern, mit einer äußerst flexiblen Ausgestaltung aufwarten. Die Kennzeichen einer solchen Geldanlage sind außerdem, dass jeder, der in einen Bausparer einzahlt, den Anspruch auf ein Bauspardarlehen hat. Dieses Darlehen muss in Österreich nicht in Anspruch genommen werden. Nach Ende der Laufzeit kann das Geld auch weiter investiert werden – zum Beispiel in einen neuerlichen Bausparvertrag oder auch in eine andere Form der Geldanlage – oder zur Erfüllung eines Traumes, sei es ein eigenes Auto oder ein ausgiebiger Urlaub, verwendet werden. In Österreich kann mit diesem Geld aber nicht nur eine so genannte wohnwirtschaftliche Finanzierung vorgenommen werden. Auch Weiter- bzw. Ausbildungen können mit diesen finanziellen Mitteln bestritten werden. Des Weiteren hat ein Bausparer auch die Möglichkeit, allfällige Aufwendungen für verschiedenste Pflegemaßnahmen auf Grundlage dieser Form der Geldanlage zu finanzieren.
Fast jeder Österreicher hat einen Bausparvertrag, aber wie funktioniert dieser eigentlich? Prinzipiell dient ein Bausparvertrag – wie bereits erwähnt – hauptsächlich dem Ziel, Wohneigentum zu schaffen oder zu erwerben. Damit dies möglichst risikolos geschehen kann, läuft er über einen vereinbarten Zeitrahmen, der jedoch mindestens 6 Jahre beträgt. Im Laufe dieser Zeit wird entweder monatlich oder alternativ auch einmal jährlich eine bestimmte Summe auf ein Sparbuch einbezahlt. Auf dieses stetig wachsende Guthaben erhält der Inhaber des Vertrages Zinsen, die in den meisten Fällen im ersten Jahr fix bleiben, während sie in der Folgezeit an die Entwicklungen des allgemeinen Zinsniveaus angepasst werden. Hier besteht für den Inhaber auch ein gewisses Risiko, denn wenn diese allgemeinen Zinsen fallen, dann erwirtschaftet auch der Sparer einen geringeren Wertzuwachs seines Sparguthabens. Bevor ein Bausparvertrag abgeschlossen wird, sollte außerdem auch diese beliebte Form der Geldanlage mit anderen Produkten, wie Anleihen oder Aktien, verglichen werden, denn diese Arten können häufig mit einem höheren effektiven Zinssatz überzeugen, weshalb sie fallweise – je nach individuellem Bedürfnis – einem Bausparvertrag überlegen sein können. Bei einem Bausparvertrag gilt also: Wenn das allgemeine Zinsniveau im Steigen begriffen ist, dann profitiert der Sparer in einem maximalen Ausmaß von seiner Wahl der Geldanlage.
Staat baut auf Bausparverträge
Neben der Verzinsung erhält der Sparer aber auch eine staatliche Prämie. Diese wird vom Finanzministerium einmal jährlich festgesetzt. Ihre Höhe wird unter Berücksichtigung des aktuell herrschenden Zinsniveaus auf dem heimischen Kapitalmarkt errechnet und wird rückwirkend für das vergangene Jahr jeweils am 31. Januar ausbezahlt. Des Weiteren fallen bei den Erträgen aus einem Bausparvertrag keine Kapitalerwerbssteuern an: Auch aufgrund dieser Maßnahme wird ersichtlich, dass es sich bei einem Bausparvertrag um eine Form der Geldanlage handelt, die der Republik Österreich am Herzen liegt und folgerichtig von staatlicher Seite her umfangreich gefördert wird.
Den österreichischen Markt der Bausparkassen teilen sich fünf Anbieter: die Bausparkasse Wüstenrot, das Raiffeisen Wohnbausparen, das ABV Bausparen, die Bausparkasse der Sparkassen, sowie das Volksbank Bausparen. In Abhängigkeit der individuellen Bedürfnisse bieten diese Anbieter unterschiedlichste Produkte an. Unter anderem ermöglicht beispielsweise die ABV ein Bauspar-Modell, bei dem einmalig ein Betrag von 6.000 Euro auf das Bausparbuch einbezahlt wird.
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