Anleihen: Die bewährte Geldveranlagung
Anleihen sind keine Anteilspapiere. Diese Form der Geldanlage, die auch als Renten oder als Bonds bezeichnet wird, stellen Gläubiger- oder Schuldnerpapiere dar. Im Gegensatz zu Aktien bedeutet das, dass man keinen Anteil an einem Unternehmen und dergleichen erwirbt. Vielmehr fungiert der Anleger, der sich für eine Investition in Anleihen entscheidet, als Kreditgeber und damit als Gläubiger für die Institution, welche als Ausgeber, das ist der so genannte Emittent, auftritt.
Eine Anleihe kann übrigens lediglich von juristischen Personen ausgegeben werden, weshalb ausschließlich große Unternehmen, Geldinstitute oder auch Körperschaften des öffentlich-rechtlichen Geltungsbereiches als Emittenten in Erscheinung treten können. Der Nennwert einer Anleihe wird als Nominale bezeichnet, als Kupon werden die Zinsen bezeichnet, welche der Emittent bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit zu entrichten hat.
Hohe Sicherheit und eine hohe Verzinsung – das sind die einleuchtenden Argumente, weshalb Anleihen auch heute noch zu einer äußerst begehrten Form der Geldanlage zählen. Die Sicherheit ergibt sich aus dem Umstand, dass es sich bei den Emittenten um Institutionen handelt, bei denen es aufgrund ihrer Größe unwahrscheinlich ist, dass sie je von Zahlungsschwierigkeiten betroffen sein werden. Um diesen Aspekt noch weiter zu erhöhen, sind manche Anleihen von einem Deckungsstock gekennzeichnet, der die Verzinsung sowie die Rückzahlung garantiert. Diese Art der Anleihen wird als „mündelsicher“ bezeichnet. Unsichere Anleihen werden hingegen als Junk Bonds bezeichnet. Bei dieser Form steht ein höheres Risiko einer höheren Verzinsung gegenüber. Ein Beispiel dafür wären argentinische Staatsanleihen.
Die Formen und Funktionsweise von Anleihen
Der Anleger erwirbt nicht eine gesamte Anleihe, sondern vielmehr Anteile davon. Vor allem Anleihen von öffentlichen Organisationen oder Institutionen genießen nach wie vor ein hohes Vertrauen. In Österreich werden solche Anleihen unter anderem vom Staat selbst, sowie von den einzelnen Bundesländern ausgegeben. Diese so genannten „Anleihen der öffentlichen Hand“ zeichnen sich im Vergleich zu anderen Arten der Geldveranlagung und auch zu Anleihen, die nicht von der öffentlichen Hand stammen, unter anderem durch eine hervorragende Bonität aus.
Staatsanleihen, wie der Fachterminus für diese Art der Geldanlage lautet, versprechen hohe Renditen von bis zu neun Prozent. Allerdings entspricht dieser Höchstbetrag kaum mehr der Wirklichkeit. Tatsächlich sollte derzeit in dieser Hinsicht eher mit rund vier Prozent gerechnet werden. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb Anleihen der öffentlichen Hand zugunsten von Aktien oder ähnlichen Bankprodukten auf der Beliebtheitsskala der Österreicher in den Hintergrund gerückt sind.
Aber warum werden solche Anleihen überhaupt ausgegeben? Prinzipiell benötigen selbstverständlich auch der Staat, die Bundesländer etc. mittel- sowie langfristig Gelder, die sie in verschiedene Projekte investieren können. Die öffentlichen Anleihen werden entweder durch die betreffende Institution selbst ausgegeben. Des Weiteren obliegt ein gewisser Anteil der Ausgabe auch im Verantwortungsbereich der Banken. Für die Geldinstitute hat diese Praxis vor allem den Vorteil, dass damit Kredit- oder Immobilienfinanzierungen refinanziert werden.
Am bekanntesten sind in diesem Bereich die so genannten Hypothekenanleihen. Aber nicht nur öffentliche Organisationen vergeben Anleihen. Auch Unternehmen steht dieser Weg der Finanzierung ihrer Projekte offen. Anleihen sind nämlich sowohl für staatliche Institutionen als auch für private Unternehmen eine optimale Möglichkeit, um zu günstigen Bedingungen das notwendige Kapital zu beschaffen. So beansprucht beispielsweise die Handels-AG Spar Österreich diese Möglichkeit. Spar-Anleihen können zum Beispiel für mindestens 100 Euro erworben werden, die Laufzeit beträgt mindestens einen Monat. Für die Geldanlage in Form von Anleihen sind aber längere Laufzeiten interessant, denn auch hier gilt das Motto „je länger die Laufzeit, desto höher die Verzinsung“.
Die verschiedenen Anleihen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Laufzeit sowie der Verzinsung. In punkto Verzinsung können sie beispielsweise entweder eine fix vereinbarte, eine variable oder eine strukturierte Verzinsung aufweisen. In steuerrechtlicher Hinsicht wird bei einer solchen Geldanlage die Entrichtung der Kapitalertragssteuer fällig.
Eine Sonderform der Anleihe sind die so genannten Zerobonds oder Null-Kupon-Anleihen. Sie sind davon charakterisiert, dass der Kupon, also die Zinsen, erst mit Beendigung der Laufzeit entrichtet werden. Bei der klassischen Anleihe geschieht dies einmal jährlich.
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